Bava Batra 266

Kapitel 266

א ההוא דאמר ליה לחבריה נכסי לך ואחריך לפלוני וראשון ראוי ליורשו הוה שכיב ראשון אתא שני קא תבע
1 Einst sprach jemand zu seinem Nächsten: Mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, und der erste hatte Anwartschaft, ihn zu beerben; hierauf starb der erste, und der zweite wollte es einfordern.
ב סבר רב עיליש קמיה דרבא למימר שני נמי שקיל א"ל דייני דחצצתא הכי דייני לאו היינו דשלח רב אחא בר רב עויא
2 R. Îliš glaubte vor Raba zu entscheiden, der zweite erhalte es auch, dieser aber sprach zu ihm: So urteilen Vergleichsrichter; das ist ja der Fall, worüber R. Aḥa b. R. A͑va mitgeteilt hat.
ג אכסיף קרי עליה (ישעיהו ס, כב) אני ה' בעתה אחישנה:
3 Da wurde jener verlegen. Hierauf las dieser über ihn:<i>Ich, der Herr, werde es zur Zeit beschleunigen</i>.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> הכותב את נכסיו לאחרים והניח את בניו מה שעשה עשוי אלא אין רוח חכמים נוחה הימנו רשב"ג אומר אם לא היו בניו נוהגים כשורה זכור לטוב:
4 W<small>ENN JEMAND SEIN</small> V<small>ERMÖGEN</small> F<small>REMDEN VERSCHRIEBEN UND SEINE</small> S<small>ÖHNE ÜBERGANGEN HAT, SO IST DAS, WAS ER GETAN HAT, GÜLTIG, NUR SIND DIE</small> W<small>EISEN MIT IHM UNZUFRIEDEN</small>. R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGT, BETRAGEN SICH SEINE</small> S<small>ÖHNE NICHT NACH</small> G<small>EBÜHR, SO SEI SEINER ZUM</small> G<small>UTEN GEDACHT</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> איבעיא להו מי פליגי רבנן עליה דרשב"ג או לא
5 GEMARA. Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Šimo͑n b. Gamliél oder nicht? –
ו ת"ש דיוסף בן יועזר היה לו בן שלא היה נוהג כשורה הוה ליה עיליתא דדינרי קם אקדשה אזיל נסיב בת גאדיל כלילי דינאי מלכא אולידה דביתהו זבין לה ביניתא קרעה אשכח בה מרגליתא
6 Komm und höre: Joseph b. Joe͑zer hatte einen Sohn, der sich nicht nach Gebühr betrug, und er besaß ein Maß mit Denaren; da weihte er sie. Später heiratete dieser die Tochter des Kranzflechters des Königs Jannaj. Einst lag diese im Wochenbette und er holte für sie einen Fisch, und als sie ihn aufschlitzte, fand sie in ihm eine Perle.
ז אמרה ליה לא תמטייה למלכא דשקלי לה מינך בדמי קלילי זיל אמטייה לגבי גזברי ולא תשיימה את דאמירתו לגבוה כמסירתו להדיוט אלא לשיימוה אינהו
7 Da sprach sie zu ihm: Bringe sie nicht zum Könige, denn man wird sie dir dafür geringes Geld abnehmen, bringe sie lieber zu den Schatzmeistern [des Tempels]; aber mache du nicht den Preis, denn das Wort dem Höchsten gegenüber gleicht der Übergabe bei einem Gemeinen, vielmehr lasse sie den Preis machen.
ח אמטייה שמוה בתליסרי עליאתא דדינרי אמרי ליה שבע איכא שית ליכא אמר להו שבע הבו לי שית הרי הן מוקדשות לשמים
8 Darauf brachte er sie zu diesen, und sie schätzten sie auf dreizehn Maß Denare. Hierauf sprachen sie zu ihm: Sieben sind vorhanden, sechs fehlen. Er erwiderte ihnen: gebt mir sieben und die sechs sollen dem Himmel geweiht sein.
ט עמדו וכתבו יוסף בן יועזר הכניס אחת ובנו הכניס שש ואיכא דאמרי יוסף בן יועזר הכניס אחת ובנו הוציא שבע
9 Alsdann schrieben sie: Joseph b. Joe͑zer hat eines gebracht, sein Sohn hat sechs gebracht. Manche sagen: Joseph b. Joe͑zer hat eines gebracht, sein Sohn hat sieben ausgeführt.
י מדקא אמרי הכניס מכלל דשפיר עבד אדרבה מדקא אמרי הוציא מכלל דלאו שפיר עבד אלא מהא ליכא למשמע מינה
10 Wenn hier nun vom Bringen gesprochen wird, so hat er ja wahrscheinlich recht gehandelt. – Im Gegenteil, wenn hier vom Ausführen gesprochen wird, so hat er ja wahrscheinlich unrecht gehandelt. Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –
יא מאי הוי עלה ת"ש דאמר ליה שמואל לרב יהודה שיננא לא תיהוי בי עבורי אחסנתא ואפילו מברא בישא לברא טבא וכ"ש מברא לברתא
11 Wie ist es nun damit? – Komm und höre: Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, sei nicht zugegen, wo eine Erbschaft übertragen wird, nicht einmal von einem schlechten Sohne auf einen guten, und um so weniger von einem Sohne auf eine Tochter.
יב ת"ר מעשה באדם אחד שלא היו בניו נוהגין כשורה עמד וכתב נכסיו ליונתן בן עוזיאל מה עשה יונתן בן עוזיאל מכר שליש והקדיש שליש והחזיר לבניו שליש
12 Die Rabbanan lehrten: Einst hatte jemand Söhne, die sich nicht nach Gebühr betrugen; da verschrieb er sein Vermögen Jonathan b. U͑ziél. Was aber tat Jonathan b. U͑ziél? Er verkaufte ein Drittel, weihte ein Drittel und gab ein Drittel den Kindern zurück.
יג בא עליו שמאי במקלו ותרמילו א"ל שמאי אם אתה יכול להוציא את מה שמכרתי ומה שהקדשתי אתה יכול להוציא מה שהחזרתי
13 Da fiel Šammaj mit Stab und Sack über ihn her. Da sprach jener zu ihm: Šammaj, kannst du das zurückerhalten, was ich verkauft und geweiht habe, so kannst du auch das zurückerhalten, was ich zurückgegeben habe;